Unfallverhalten

Hier gibt es noch einmal einen Überblick auf das Verhalten nach einem Verkehrsunfall.

Folgende Punkte sollte Sie nie außer Acht lassen!

 

1.) Unverzüglich halten

Als Beteiligter an einem Unfall sind Sie verpflichtet, unverzüglich an nächstgeeigneter Stelle zu halten. Bewahren Sie vor allem Ruhe und Besonnenheit, dann können Sie sich und Anderen wirksam helfen.

2.) Absichern der Unfallstelle

Steigen Sie vorsichtig aus und achten Sie dabei auf den fließenden Verkehr.

Seit 1. Juli 2014 besteht auch in Deutschland die Verpflichtung in Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Zug- und Sattelzugmaschinen sowie Kraftomnibussen je eine Warnweste mitzuführen. Nutzen Sie dieses Sicherungsmittel.

Verlassen Sie rasch die Fahrbahn und begeben Sie sich an einen sicheren Ort, z. B. auf Autobahnen hinter die Schutzplanke.

Stellen Sie Warndreieck und – soweit vorhanden – Warnleuchte in ausreichender Entfernung (mindestens 100m auf Landstraßen und 200m auf Autobahnen) auf. Schalten Sie vor allem bei Dunkelheit grundsätzlich die Fahrzeugbeleuchtung ein.

Bei Bagatellschäden müssen Sie die Unfallstelle unverzüglich räumen.

3.) Sich über die Unfallfolgen zu vergewissern

4.) Leisten Sie Hilfe (§323c des Strafgesetzbuches)

Das wichtigste einmal vorweg: Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar!

Bringen Sie den/die Verletzten aus dem Gefahrenbereich. Versorgen Sie anschließend Verletzte im Rahmen Ihrer Kenntnisse und Möglichkeiten.

5.) Besteht eine Unfallbeteiligung?

Als Beteiligter eines Unfalls müssen Sie so lange an der Unfallstelle bleiben, bis die Angaben zu Ihrer Person, zu Ihrem Fahrzeug und der Art Ihrer Beteiligung von den anderen Unfallbeteiligten oder der Polizei aufgenommen sind.

Nicht ausreichend, wäre das Hinterlassen eines Hinweiszettels an der Windschutzscheibe des beschädigten Fahrzeuges.

 

Definition eines Unfallbeteiligten:

Ein Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.

Zu 5.) Wichtige Daten

Wenn Sie an einem Unfall beteiligt sind, sollten Sie mindestens folgende Daten notieren:

Datum, Uhrzeit, Ort des Unfalles

Name und Vorname des Fahrers

Anschrift, Telefon

Fahrzeugkennzeichen

Versicherung

Halter des Fahrzeugs, Zeugen

 

Wenn auch nur ein Beteiligter es wünscht, muss der Unfall polizeilich aufgenommen werden. Alarmieren Sie die Feuerwehr bei Verletzten. Bitten Sie notfalls andere um die Alarmierung. Aus der Telefonzelle ist der Notruf gebührenfrei (Polizei 110; Feuerwehr 112).

Übrigens: Bei Personenschäden, hohem Sachschaden oder Unfällen mit gefährlichen Gütern muss die Polizei immer alarmiert werden.

Folgende Punkte müssen bei einer Unfallmeldung genannt werden:

Wer meldet? (Name und Standort)

Wo ist es passiert? (Genauer Unfallort)

Was ist passiert? (Unfall mit oder ohne Personenschaden, eventuell Verletzungsart)

Warten Sie die Fragen des Notrufsprechers ab!

 

Beenden Sie das Gespräch niemals selbst, vielleicht hat die Rettungsleitstelle noch Fragen an Sie.

Achten Sie auf Autobahnen und Bundesstraßen auf die Pfeilmarkierungen an den Leitpfosten, sie geben die Richtung der nächst gelegenen Notrufsäule an.

 

Generell gilt folgende Warte- und Meldepflicht

Ist niemand an der Unfallstelle zu sehen, z. B. weil Sie gegen ein geparktes Auto gestoßen sind, so müssen Sie in jedem Fall eine angemessene Zeit warten. Wie lange, das hängt von den Umständen (z. B. Tageszeit, Ort und Schwere des Unfalls) ab, sollte jedoch 30 Minuten nicht unterschreiten.

Kommt in dieser Zeit niemand, so dürfen Sie sich entfernen, müssen aber Namen und Anschrift am Unfallort hinterlassen.

Außerdem müssen Sie zusätzlich den anderen Unfallbeteiligten und Geschädigten oder einer nahegelegenen Polizeidienststelle unverzüglich melden, dass Sie am Unfall beteiligt gewesen sind. Dabei müssen Sie auch Ihre Anschrift, Ihren Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort Ihres Fahrzeuges angeben, sowie auf Wunsch die nötigen Feststellungen ermöglichen.

Unverzüglich bedeutet, dass Sie ohne schuldhaftes Verzögern Ihrer Meldepflicht nachkommen müssen. Ist Ihr Unfallpartner also nicht vor Ort, fahren Sie nach einer angemessenen Wartezeit auf direktem Weg zur nächsten Polizeidienststelle.

 

6.) Räumen Sie die Fahrbahn und sichern Sie Spuren des Unfalls

Auch bei geringfügigem Schaden (wie zum Beispiel ein leichter Blechschaden), muss zur Seite gefahren werden.

Wenn die Polizei nicht verständigt wird oder bei Bagatellschäden keine Spuren sichert können die Unfallbeteiligten selbst die Beweissicherung durchführen.

Notieren Sie sich von Zeugen mindestens Name, Adresse und Telefonnummer.
Nehmen Sie die Unfalldaten auf, hierzu bieten viele Versicherungen und Automobil-Clubs Unfallaufnahme-Protokolle. Notfalls tut’s auch ein Schmierzettel.
Kennzeichnen Sie die Fahrzeugecken durch Kreidestriche auf der Fahrbahn und die Radposition, z.B. Lenkeinschlag durch ein „T“.
Schreiben Sie zu den Fahrzeugpositionen jeweils das Kennzeichen.
Fertigen Sie Übersichtsfotos von der Unfallstelle mit den beteiligten Fahrzeugen. Fotografieren Sie aus verschiedenen Richtungen, wenn möglich aus erhöhter Position.
Unfalldaten aufnehmen, hierzu bieten viele Versicherungen und Automobil-Clubs Unfallaufnahme-Protokolle. Notfalls tut’s auch ein Schmierzettel.
Fotografieren Sie die Unfallspuren mit Spurdetails, z.B. Knicke in der Bremsspur, Glassplitter, abgebrochene Teile. Besonderheiten sollten Sie zuvor mit Kreide kennzeichnen.
Fotografieren Sie aus verschiedenen Positionen die Beschädigungen der am Unfall beteiligten Fahrzeuge. Fertigen Sie für die Beschädigungsfotos auch bei Tageslicht je ein Foto mit und ohne Blitzlicht (Spiegelungen).
Haben Sie alle Beweise gesichert?

Weitere Informationen:

Verhalten als Zeuge

Als Zeuge verhelfen Sie den Unfallbeteiligten zu Ihren Rechten und stellen sich als dieser zur Verfügung. Als Zeuge gelten auch Personen, die nicht unmittelbar am Unfall beteiligt sind.

Nach der Beweissicherung

Prüfen Sie vor der Weiterfahrt die Verkehrssicherheit Ihres Fahrzeuges.
Jetzt müssen Sie noch die Unfallstelle säubern. Vergessen Sie auch nicht, Ihr Warndreieck einzupacken.

Schadensmeldung bei der Versicherung

Jeder Versicherungsfall ist dem Versicherer innerhalb einer Woche schriftlich anzuzeigen. Der Schaden muss bei der Versicherung gemeldet werden. Unfälle mit tödlichem Ausgang sind jedoch innerhalb von 48 Stunden zu melden.

 

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